Michael Pesek: Afrikanische Träger im Ersten Weltkrieg

Wohl auf keinem anderen Schauplatz des Ersten Weltkriegs waren militärische Arbeitskräfte so bedeutend für den Ausgang des Kriegsgeschehens wie in Ostafrika. Anders als in Europa, wo die Kampfhandlungen sich alsbald in einem zermürbenden Stellungskrieg festfuhren, war der Krieg in Ostafrika von hoher Mobilität geprägt. Nur selten standen sich die einander befeindenden Armeen mehrere Tage oder Wochen an befestigten Frontlinien gegenüber. Das trifft vor allem für die alliierte Offensive zwischen 1916 und 1917 und die sich anschließende Verfolgung deutscher Truppen in Portugiesisch-Ostafrika zu. Bis dahin hatte es nur wenige wirklich größere Kampfhandlungen gegeben. Die Kämpfe im Nordwesten der deutschen Kolonie, die von November 1914 bis Januar 1915 dauerten, waren eher eine Ausnahme. Grenzscharmützel, die selten von Truppen mit mehr als Hundert Mann ausgefochten wurden, waren die Regel. Etwa 15.000 Soldaten der belgischen Force Publique sowie britische, rhodesische und südafrikanische Truppen in einer Stärke von etwa 100.000 Mann, die vom Norden und Südwesten in die deutsche Kolonie vorstießen, trafen auf etwa 15.000 deutsche Soldaten. Diese Truppen mussten mit Ausrüstung, Munition und Nahrungsmitteln versorgt, Soldaten an die Front, Kranke und Verwundete in Lazarette gebracht werden. Diese Aufgabe erwies sich im Laufe des Krieges als die entscheidende und gleichzeitig schwierigste, denn die Kampfhandlungen fanden in einem Gebiet statt, in dem es nahezu keine Infrastruktur gab, die den Anforderungen des Krieges gerecht wurde. Das Fehlen von Straßen und Eisenbahnen, das Versagen von Autos und Lastkraftwagen, die für diese unwirtlichen Gegenden nicht gemacht waren, wurden ersetzt von Hunderttausenden Afrikanern, die auf ihren Rücken all das transportierten, was die Armeen für ihren Krieg benötigten.

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JBzG_II_2014_Pesek – Afrikanische Traeger im I. WK

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