17. Jahrgang – Heft 2018/II

Zauber der Theorie – Ideengeschichte der Neuen Linken in Westdeutschland.

Im Jahr 2018 liegt „68“ bereits fünzig Jahre zurück. Wie kaum ein anderer Markstein in der Geschichte der Linken in Westdeutschland hat der damalige Aufbruch Spuren in der politischen Theorie hinterlassen. Gerade aus der Perspektive der Theorie bildet „68“ aber nur eine Wegmarke im Lebenszyklus der Neuen Linken. Denn bereits in den 1950er-Jahren begannen Intellektuelle, Ideen zu entwerfen und nach neuen Antworten zu suchen, um die Erstarrungen der Arbeiterbewegung zu überwinden. Die Beiträge des Heftes widmen sich dieser Geschichte. Sie suchen ebenso nach Konstellationen wie nach Quellen der Inspiration – und zeigen dabei, dass politische Praxis kaum von der politischen Theorie zu trennen ist.

Inhalt

David Bebnowski: Zum Schwerpunkt „Zauber der Theorie. Ideengeschichte der Neuen Linken in Westdeutschland“

Monika Boll: Zwischen skeptischer Affirmation und linker Gesellschaftskritik. Ortsbestimmungen der bundesrepublikanischen Soziologie Ende der 1950er-Jahre

David Bebnowski: Die Frankfurter Schule in West-Berlin: Franz L. Neumann und amerikanisch-deutsche Netzwerke

Michael Hewener: Die Theorie der Außerparlamentarischen Opposition: Johannes Agnolis „Transformation der Demokratie“

Felix Kollritsch: Das Konzept der Neuen Linken im SDS. Traditionslinien, Kontinuitäten und Brüche im Verhältnis zur SPD am Beispiel zweier Zeitschriften

Anina Falasca: „Spaßige Spontis“ und „fröhliche Freaks“. Zur theoretischen Neuorientierung der Neuen Linken um 1978

Jana König: „Falsche Wege und neue Anfänge“: Die Bedeutung von Theorie in Zeiten linker Krisen – im Kontext von „Deutscher Herbst“ und „Wiedervereinigung“

Robert Wolff: Das Konzept Stadtguerilla – Die Entzauberung kommunistischer Guerilla- und Revolutionstheorien?

Weitere Artikel

Robert Ovetz: Krieg in Europa, Krieg dem Kapital: selbstorganisierte „wilde Streiks“ und staatliche Arbeitsplanung in den Vereinigten Staaten, 1917–1918

Dimitrij Olegovič Čurakov: Der antibolschewistische Arbeiteraufstand in Iževsk. Probleme der Etablierung ziviler Machtorgane (August bis November 1918)

Kay Schweigmann-Greve: „Weder Ost noch West – für eine ungeteilte sozialistische Welt!“ Die Kontakte der SJD-Die Falken in den 50er- und 60er-Jahren nach Jugoslawien und ihre Nachwirkungen bis in die Gegenwart

Berichte

Anda Niclolae-Vladu: Workshop „ArbeiterInnenbewegung, ungleiche Entwicklung und Migration in Europa“ in Berlin

Buchbesprechungen

Uwe Sonnenberg: Von Marx zum Maulwurf. Linker Buchhandel in Westdeutschland in den 1970er Jahren (David Bebnowski)

Dominique F. Miething: Anarchistische Deutungen der Philosophie Friedrich Nietzsches. Deutschland, Großbritannien, USA (1890–1947) (Jan Rolletschek)

Robert Pfützner: Solidarität bilden. Sozialistische Pädagogik im langen 19. Jahrhundert (Sarah Binz)

Aviva Chomsky: Eine Geschichte der Kubanischen Revolution. Von der Conquista ins 21. Jahrhundert (Fabian Bennewitz)

Juliane Czierpka: Montanindustrielle Führungsregionen der frühen europäischen Industrialisierung im Vergleich. Das Black Country und das Borinage (Klaus Wisotzky)

Patrick Eiden-Offe: Die Poesie der Klasse. Romantischer Antikapitalismus und die Erfindung des Proletariats (David Bebnowski)

Wladislaw Hedeler (Hrsg.): Die russische Linke zwischen März und November 1917 (Gleb J. Albert)

Philippe Kellermann (Hrsg.): Anarchismus und russische Revolution (Jochen Weichold)

Peter Kuckuk: Bremen in der Deutschen Revolution 1918/1919. Revolution – Räterepublik – Restauration (Gerhard Engel)

Rudolf Geist: Die Wiener Julirevolte. Bericht eines Augenzeugen (Horst Klein)

Marcel Böhles: Im Gleichschritt für die Republik. Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold im Südwesten, 1924 bis 1933 (Ulrich Schröder)

Klaus Schönhoven: Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht. Das Schicksal der 1933 gewählten SPD-Reichstagsabgeordneten (Reinhard Wenzel)

Jan Hansen: Abschied vom Kalten Krieg? Die Sozialdemokraten und der Nachrüstungsstreit (1977‒1987) (Severin Cramm)

Uwe Fuhrmann: Die Entstehung der „sozialen Marktwirtschaft“ 1948/49. Eine historische Dispositivanalyse (Sarah Langwald)

Harry Waibel: Die braune Saat. Neonazismus und Antisemitismus in der DDR (Henrike Voigtländer)

Louise Michel: Memoiren (Vera Bianchi)

Karl Okonsky/Karol Okoński (1880–1974): Zwischen Berlin, Breslau und Oberschlesien. Fünf Essays (Daniela Fuchs)

Christian Hermann (Hrsg.): Dresden 1934–1936. Ein Briefwechsel in schwerer Zeit (Stefan Heinz)

Jörg Wollenberg: Krieg der Erinnerungen. Von Ahrensbök über New York nach Auschwitz und zurück (Ludwig Elm)

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