Fabian Bennewitz / Ralf Hoffrogge: Editorial zum Schwerpunkt “Alte und Neue soziale Bewegungen”

Mit diesem Schwerpunktheft „Alte und Neue soziale Bewegungen“ setzen wir unsere Beschäftigung mit der Geschichte der Neuen Linken fort, die bereits 2016 mit dem Heft „Linke Betriebsintervention, Wilde Streiks und operaistische Politik 1968 bis 1988“ begann.1 Während die Beiträge von 2016 deutsch-italienische Verlechtungen und Ideentransfers sowie das Verhältnis zwischen Arbeiter- und Studierendenbewegung ausleuchteten, bestiegen wir im Heft 2018/II den Elfenbeinturm: Unter dem Titel „Zauber der heorie. Ideengeschichte der Neuen Linken in Westdeutschland“ wagten unsere Autorinnen und Autoren eine Vermessung der Rolle von heorie in der Linken nach 1945 und untersuchten das speziisch westdeutsche Phänomen des akademischen Marxismus. Diese in der Bundesrepublik im Vergleich zu anderen Ländern Westeuropas stark ausgeprägte Trennung zwischen Gewerkschaften und Arbeiterbewegung einerseits, akademischer oder studentischer Linker andererseits wird oft mit der weitgehenden Nicht-Beteiligung der bundesrepublikanischen Arbeiterbewegung an der Revolte von 1968 assoziiert. Die Ursprünge des Phänomens liegen jedoch, so die Auslotung unseres Heftes, eher in den Zäsuren des Nationalsozialismus und in der Blockkonfrontation des Kalten Krieges. Diese führten in Westdeutschland dazu, dass es nicht in erster Linie Arbeiterparteien und Gewerkschaften waren, die zum Sammlungsort einer Neuen Linken wurden, sondern vor allem die Universitäten – und zwar nicht erst 1968, sondern bereits in den 1950er-Jahren.

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ABG2018-3_Editorial

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